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Kundenbericht XPose! Flex

06.01.11

GEWA Etiketten: Weltpremiere bei den Druckformen für Haftetiketten.

 
Mitte 2009 hatte die GEWA Etiketten GmbH die Druckformherstellung für Selbstklebeetiketten von der konventionellen Herstellung mit Filmen auf CTP-Belichtung umgestellt. Seitdem werden die Buch-, Flexo- und Offsetdruckplatten sowie Drucksiebe als Weltpremiere auf einem einzigen CTP-Belichter bebildert: Dem Lüscher XPose! 230 4FLEX.
 
Die GEWA Etiketten GmbH ist der führende Hersteller von hochwertig veredelten Nassleim- und Haftetiketten für die Wein-, Sekt- und Spirituosenindustrie mit dem Geschäftssitz in Bingen am Rhein/D und einem zweiten Werk in Gau-Bickelheim/D. Rund die Hälfte der 165 Mitarbeiter drucken in Bingen die Nassleimetiketten auf modernen Offsetdruckmaschinen. Das Mutterhaus in Bingen hatte seit 2006 die Plattenbelichtung per CTP in 3 Formaten automatisiert.
 
Anspruchsvolle Selbstklebeetiketten
Der Druck der Selbstklebeetiketten erfolgt im Zweitwerk in Gau-Bickelheim. Auch das für das Unternehmen bedeutende Standbein des Eindruckservice in vorgedruckte Etiketten ist dort angesiedelt. Dort stehen fünf Gallus Schmalbahn-Druckmaschinen dreischichtig in Betrieb, die in den Verfahren Offset-, Flexo- und Siebdruck sowie mit Veredelung mittels Folienheiss- und -kaltprägen, Blindprägung und Stanzen produzieren. Hinzu kommen für den Eindruckbereich eine Heidelberg Quickmaster, eine Zweifarben GTO und eine Zweifarben Ryobi Offsetdruckmaschine sowie zwölf Heidelberger Tiegel und 5 LeoMat Overprinter zum Einsatz. Alle diese Maschinen benötigen verschiedene Druckplatten sowie Rundsiebe für den Siebdruck. Bis Mitte letzten Jahres wurden für alle diese Verfahren die Reprofilme in der hauseigenen Litho-Abteilung produziert und in der Druckformherstellung konventionell kopiert. Nach Aussage des Leiters der Druckformherstellung, Oliver Jung, wurden dafür Platten und Siebe in 25 verschiedenen Formaten benötigt.
 
Nun könnte man meinen, dass die konventionelle Plattenherstellung 15 Jahre nach der Einführung von Computer-to-Plate altmodisch sei und qualitativ verbesserungswürdig. Dass dem nicht so ist, zeigte sich, als GEWA Etiketten mit dem Sekt-Etikett „Fürst von Metternich Rosé“ den „Innovationspreis der Deutschen Druckindustrie 2008“ für Etikettendruck erhielt. Das Etikett wurde in einem Durchgang aus einer Kombination Heissfolie, Siebdruck, Euroskala und Kaltfoliengold gedruckt. Der abschliessend mit Siebdruck aufgebrachte Relieflack der dem Medallion die Habtik verleiht, gab dem Etikett das anspruchsvolle Finish.
 
Man war der konventionellen Plattenherstellung deshalb so lange treu geblieben, weil man für eine digitale Plattenherstellung mindestens drei verschiedene CTP-Systeme benötigt hätte. Nach umfangreicher Recherche über den Markt im CTP-Zeitalter und vielen Tests bei verschiedenen Anbietern, hatte sich ergeben, das die Lüscher XPose! 230 4FLEX für GEWA-Etiketten und die Vielfalt der dort zum Einsatz kommenden Plattenformate, die richtige Wahl ist.
 
Gute Erfahrungen mit vier Plattentypen
Im Juni 2009 wurde in Gau-Bickelheim der weltweit erste Lüscher XPose! 230 4FLEX in Betrieb genommen. Das Belichtungsformat der Anlage geht bis zu 1130 x 950 mm, ein Format, das es erlaubt, konventionelle Offsetplatten auch für die grossen Offsetdruckmaschinen in Bingen als Back-up zu bebildern. Für die 25 verschiedenen, kleineren Plattenformate in Gau-Bickelheim wurden die Anlegemarken in der Wanne markiert und bezeichnet, so dass jeder Mitarbeiter die Platten richtig anlegen kann, bevor sie mit Vakuum fixiert werden. Grundsätzlich werden bei Gewa fünf verschiedene Plattentypen bebildert:
 
• Buchdruckplatten
Die harten, metallverstärkten Buchdruckplatten sind mit der schwarzen Ablationsschicht (LAMS-Schicht) beschichtet, die mittels Thermodioden von 940 nm an den zu druckenden Stellen verdampft und abgesaugt wird. Anschliessend werden die Platten wie bisher mit UV-Licht gehärtet, und dann vollautomatisch ausgewaschen, getrocknet und nachbelichtet.

• Flexodruckplatten
Ebenso wie die Buchdruckplatten, werden die weicheren Flexoplatten mit Thermodioden die LAMS-Schicht bebildert. Auch hier werden die Platten wie bisher mit UV-Licht gehärtet, und dann vollautomatisch ausgewaschen, getrocknet und nachbelichtet.

• Rundsiebe
Für den Siebdruck werden konventionelle Gallus Screeny Siebdruckplatten verwendet. Sie sind mit einer Photopolymerschicht beschichtet, und diese wird von den UV-Dioden von 405 nm an den nichtdruckenden Stellen gehärtet. Anschliessend wird das flache Sieb in den gewohnten Arbeitsschritten ausgewaschen und auf Ringe montiert. Die bewährten Druckprozesse bleiben wie bisher erhalten. Dank der Belichtung mit UV-Laserdioden ist es möglich, auf teurere Digital Siebdruckplatten mit der LAMS-Schicht für Ablation zu verzichten. Ein analoger Film wie früher wird dank dem XPose! Flex auch nicht mehr benötigt.
 
• Offsetdruckplatten
Früher wurde die Agfa Zenith Negativplatte eingesetzt. Ausgerechnet diese Platte machte als einzige der vier Plattentypen anfangs Schwierigkeiten auf dem XPose! 230 4FLEX, da sie sich als sehr unempfindlich erwies und die Belichtungen je nach Format entsprechend lange dauerten. Zu diesem Zeitpunkt hatte Agfa jedoch bereits die Platte weiterentwickelt zur Agfa Aluva N, die sich problemlos belichten liess und seitdem erfolgreich eingesetzt wird.

• Lackplatten
Für die Heidelberg XL75 im Werk Bingen werden wasserauswaschbare Flexolackplatten im Format 700 x 770 mm auf der XPose! 230 4FLEX bebildert und einem Auswaschturm entwickelt und gefertigt.
 
Effizienter Workflow
Die Umstellung von konventioneller Filmbelichtung auf den Lüscher XPose! 230 4FLEX hat reibungslos funktioniert. Im Vorfeld hatte man sich intensiv um einen neuen Workflow für die Plattenherstellung gekümmert. Statt der Filme schickt die Abteilung Litho jetzt alle Jobs als Datei übers Netzwerk an den 20 Kilometer entfernten XPose!-Steuerrechner, wo sie in der Warteschlange landen. Der Operator entscheidet während der Belichtung, welche Platte und welches Format als nächstes belichtet werden soll und fertigt die nötigen Vorbelichtungen oder Zuschnitte. Ist die Belichtung abgeschlossen, nimmt der Operator die Platte aus der Wanne, legt eine neue Platte ein und löst per Fußschalter die neue, vordefinierte Belichtung aus. Sollte ein Lichtquellenwechsel nötig sein, stellt sich die Maschine per Knopfdruck automatisch um (UV-Lichtquelle belichtet Druckformen für den Sieb- und Offsetdruck und FLX-Lichtquelle bebildert Flexo-, Buchdruck, und Lackplatten). Der Vorgang dauert weniger als eine Minute. Dank der eingebauten Plattenkanten- und Fokus-Sensoren sind keine weiteren Einstellungen nötig. Die nächsten Platten können eingelegt und bebildert werden.
 
GEWA hatte den Belichter in der Standard-Ausrüstung mit je 16 Laserdioden für Thermo- und UV-Belichtung angeschafft. Einerseits schienen die 1,25 m2 Flexoplatten- und 6 m2 Offsetplattenbelichtung pro Stunde bei den kleinen Plattenformaten schnell genug. Andererseits hätten sich die Belichtungszeiten halbieren lassen, hätte man den Belichter auf 32 Laserdioden aufgerüstet, was leicht möglich wäre.
 
„Es hat sich jedoch gezeigt, dass die je zwei Mitarbeiter pro Schicht die manuell notwendigen Arbeiten während der Belichtungszeit in einem guten, gleichmässigen Arbeitsrhythmus erledigen können“, kommentiert Oliver Jung. „Wenn wir doppelt so schnell belichten würden, könnten wir die manuellen Arbeiten nicht schneller erledigen, könnten also die gewonnene Belichtungszeit gar nicht in höhere Produktion umsetzen!“ Diese Meinung teilt auch Uwe Refflinghaus, Geschäftsführer Technik. Er bezeichnet die Entscheidung für die komplette Digitalisierung der Plattenherstellung in Gau-Bickelheim als erfolgreich und rationell. „Der XPose! 230 4FLEX ist die beste Lösung für unseren Betrieb und belichtet sehr zuverlässig und flexibel die breite Palette von Druckformen, die täglich in die Produktion einfliessen.“




 
 
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